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Ökojäger fordern: Bleifrei Jagen!
In einer Pressemitteilung hat die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein e.V. (AGNJ-SH), Landesgruppe des Ökologischen Jagdverbandes Deutschland (ÖJV) und der Naturschutzbund NABU sich für Bleifreies Jagen ausgesprochen. Der bundesweite Ökologische Jagdverband schließt sich dieser Forderung an.
Die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein e.V. (AGNJ-SH), Landesgruppe des Ökologischen Jagdverbandes Deutschland (ÖJV) und der Naturschutzbund NABU sind einer Meinung: wird bleihaltige Munition bei der Jagd verwendet, gelangt es in die Umwelt und schädigt Mensch und Tier.
Umso wichtiger die neueste Meldung aus der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), wonach bleifreie Jagdmunition genau so sicher ist wie die bisher gebräuchliche Munition mit hohem Bleianteil.
Der jahrelange Streit um das Abprallverhalten der bleifreien Jagdmunition wurde nunmehr durch ein Gutachten der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (DEVA), das im Auftrag der Bundesregierung die Gefährdung von Jagdteilnehmern durch abprallende Jagdgeschosse untersucht hat, beigelegt.
Die AGNJ SH fordert hiermit Dr. Juliane Rumpf, Umweltministerin des Landes Schleswig-Holstein, auf, die konsequente Umstellung auf bleifreie Munition aus Gründen des Schutzes der Gesundheit der Verbraucher und des Tier- und Artenschutzes endlich anzupacken und schnellstmöglich voranzutreiben.
„Ab Beginn der Hauptjagdzeit im Herbst sollen Schleswig-Holsteins Jäger bleifrei Beute machen müssen", fordert der AGJN-Vorsitzende Eckehard Heisinger.
Mit Bleimunition beschossenes Wild enthalte zahlreiche Splitter des giftigen Schwermetalls und verunreinige damit das zum Verzehr vorgesehene Wildbret, so der Dipl.Forst-Ing. und Jäger Heisinger.
Aber auch als tödliche Falle für Greifvögel wirkten von Jägern liegengelassene Innereien erlegter Tiere sowie beschossenes Wild, das nicht gefunden wird. Immer wieder finde man verendete Seeadler, die sich an den Resten erlegter Tiere vergiftet haben.
Der Ökojäger und Biologe Dr. Günter Heidemann: „Blei ist ein Umweltgift und wirkt toxisch u.a. auf Pflanzen, Tiere, Menschen und Mikroorganismen. Seeadler sind besonders prominente Opfer. Blei zeigt ausgeprägte Tendenz zur Anreicherung u.a. in Böden.
In Deutschland verschießen Jäger pro Jahr ca. 120.000 kg Blei in Form von Büchsengeschossen und Schrot. Der überwiegende Anteil verbleibt akkumulierend im Ökosystem.
Bleifreie Munition ist nach aktuellen Untersuchungsergebnissen und praktischen Erfahrungen - auch in den USA - eine verlässliche, tierschutzkonforme, umweltfreundliche und „gesundere" Alternative zu bleihaltigen Geschossen."
Helmut Neu
06/2011
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