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Fütterung von Wild - unnatürlich, unsinnig, kontraproduktiv

Pressemitteilung des ÖJV - Mecklenburg-Vorpommern

M-V-Logo In diesen Tagen wird in den Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns darüber nachgedacht, die so genannte "Notzeit" entsprechend Landesjagdgesetz auszurufen, in vielen Landkreisen ist dies bereits geschehen.
Der Jagdausübungsberechtigte - also der Eigenjagdbesitzer (ab 75 ha Eigentumsfläche) oder der Jagdpächter muss dann für "artgerechtes Futter" sorgen. Dies bedeutet, entweder Futter in den Wald zu bringen oder zumindest vorhandenes Futter wie Wildwiesen erreichbar zu machen.

Der ÖJV Mecklenburg-Vorpommern als Vereinigung fortschrittlicher, am Naturhaushalt orientierter Jäger, Land- und Waldbauern und Naturschützer stellt hierzu fest: Die Fütterung der Schalenwildarten Rotwild, Damwild, Damwild, Schwarzwild und Rehwild, um die es hierbei geht, ist aus vielerlei Gesichtspunkten heraus unsinnig und hat in Mecklenburg-Vorpommern nichts zu suchen!

Die Bestände dieser Tierarten sind generell als stark überhöht zu betrachten. Grundsätzlich sind diese Tiere darauf eingestellt, regelmäßig strenge Winter ohne Hilfe zu überstehen - sie haben dies über Jahrtausende in der wesentlichen nahrungsärmeren Natur- und frühen Kulturlandschaft geschafft. Der Winter - der bei uns selten genug kommt - stellt vielmehr auch ein natürliches Regulativ dar, das dazu beitragen kann, schwache Tiere zu selektieren und die Populationen in erträglichen Grenzen zu halten.

Dem entgegen setzen die Jäger die emotionale Ansprache der Bevölkerung mit dem Bild des besorgten Wildvaters und Nothelfers in bedrohlicher Situation. Interessanterweise richtet sich diese Hilfe nur auf die jagdlich attraktiven Wildarten, deren hohe Populationen man nicht durch Winterverluste gemindert sehen möchte - oder haben Sie schon mal etwas von Winterfütterung von Füchsen, Marderhunden, Krähen oder Wieseln gehört? Diese Tiere haben mit Sicherheit nicht weniger zu "leiden", jedoch sind sie Konkurrenten des Jägers und werden daher eher nicht den Segnungen der "Hege" unterzogen.

Die Fütterung dient letztlich der Bewahrung hoher Wildbestände zur eigenen jagdlichen Freude - und das auch noch zu Lasten des Waldes. Durch Wildfütterung wird nämlich keinerlei Wildverbiss an Waldbäumen vermieden, im Gegenteil, durch das zusätzliche Futter wird die Stoffwechselaktivität des Wildes, die eigentlich auf Winterruhe eingestellt ist, wieder angeregt, vermehrter und sogar stärkerer Verbiss und Schäle an den Waldbäumen sind die Folge. Das kann also auch nicht als Argument her halten.

Fütterung ist also letztlich jagdlicher Eigennutz ohne jegliche vernünftige wirtschaftliche, tierschutzgerechte oder naturschutzrelevante Begründung. Sie stellt damit eine Geldverschwendung in erheblichem Ausmaß dar.
Die Öffentlichkeit und die Medien sollten sich nicht über -menschliche- Emotionen von den Fakten ablenken lassen - Wild soll Wild bleiben!

Dr. Karl-Günter Guiard, 1. Vorsitzender
Falk Jagszent Geschäftsführer

siehe auch Presseschau Trauminsel Ruegen
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