ÖJV
zentrale Box - oben
Menuebox - oben






Tresor Schonert


Menuebox unten

Maßnahmeplan zur effektiven Schwarzwildbejagung unterzeichnet

Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
18.09.2009


Angesichts des anhaltend hohen Schwarzwildbestandes und der sich daraus ergebenden zunehmenden Seuchengefahr wurde heute im Rahmen einer Fachtagung in Ludwigslust ein Maßnahmeplan zur effektiven Schwarzwildbejagung verabschiedet.

Dieser wurde unterzeichnet vom Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus, von Dr. Volker Böhning, Präsident des Landesjagdverbandes, vom Präsidenten des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern Reiner Tietböhl, vom Vorsitzenden des Arbeitskreises der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden im Bauernverband Hermann Oldemeyer und vom Vorstand der Landesforstanstalt Sven Blomeyer.

"Erstmals ist es gelungen, dass sich all jene, für die der hohe Schwarzwildbestand ein Problem ist - die Bauern, die Jäger und die Jagdpächter bzw. -eigentümer - zusammengefunden und gemeinsam eine Strategie verabredet haben", betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der Fachtagung.

"Trotz intensiver Bejagung und hoher Streckenergebnisse im vergangenen wie auch im laufenden Jagdjahr hat der Schwarzwildbestand wegen günstiger Ernährungs- und Witterungsbedingungen weiter zugenommen. Dadurch haben die Bauern höhere Wildschäden zu beklagen. Gleichzeitig wächst die Seuchengefahr. Es ist dringend notwendig, die Jagd auf Schwarzwild effektiver zu gestalten.. Das liegt nicht allein in der Verantwortung der Jäger. Dazu brauchen sie die Unterstützung der Bauern und der Grundeigentümer", so Backhaus.

So enthält der Plan auch Maßnahmen, die seitens des Ministeriums, der Jäger, der Landwirte und der Grundeigentümer durchgeführt werden.

Zu den Festlegungen gehört unter anderen:

    • die Einführung eines landesweiten Abschussmelde- und Kontrollsystems unter stärkerer Einbindung der Schwarzwild-Hegegemeinschaften,
    • die Vorgabe von Schwarzwild-Mindestabschusszahlen,
    • die revierübergreifende Organisation von Schwarzwildjagden durch die Hegegemeinschaften
    • die Verstärkung der Jagd nach Beendigung der Erntearbeiten in angrenzenden Waldgebieten
    • die strikte Einhaltung des Fütterungsverbotes für Schwarzwild
    • das Anlegen von relativ niedrigen Kulturen oder von Blühstreifen durch die Landwirte ur Strukturierung größerer Mais- oder Rapsflächen, besonders gefährdeten Kulturen und Wildeinständen (Wald, Schilf u.ä.), um Feuchtbiotope herum oder an Wasser führenden Gräben entlang, wenn diese sich innerhalb besonders gefährdeter Kulturen befinden.

Die Grundeigentümer als Inhaber des Jagdrechts können als Bindeglied zwischen Jäger und Landwirt ebenfalls einen Beitrag zur effektiven Schwarzwildbejagung leisten, so z.B. durch eine entsprechende Gestaltung der Jagdpachtverträge, die unkomplizierte Regelungen zur Jagderlaubnisscheinerteilung, zur Durchführung von Gesellschaftsjagden zur Wildschadensverhütung beinhaltet.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im vorletzten Jagdjahr 58,2 Tausend und im letzten Jagdjahr bzw. 75,9 Tausend Wildschweine erlegt. Nach Auffassung von Minister Dr. Backhaus hat dieses Ergebnis nicht ausgereicht, den Bestandsanstieg beim Schwarzwild zu stoppen.

[Der Plan selbst kann sich über die Homepage des Ministeriums www.lu.mv-regierung.de als pdf-Dokument heruntergeladen oder beim ÖJV M-V per e-mail angefordert werden.)

    Anmerkungen des ÖJV M-V:

Dass die Situation beim Schwarzwild dramatisch ist, ist inzwischen bei Verbänden und Behörden allgemein anerkannt. Das Schwarzwild könnte zur konkreten Gretchenfrage für die Glaubwürdigkeit und Existenzberechtigung der Jägerschaft werden, weil die Probleme mit den hohen Beständen viel „anfassbarer" sind als die volkswirtschaftlich und ökologisch noch tiefer gehende Wildschadensproblematik im Wald im Bezug auf Reh und Hirsch. Insofern teilt der ÖJV M-V die Problemanalyse (vgl. auch Berichterstattung in den vergangenen Ausgaben der ÖkoJagd).Grundsätzlich ist der Ansatz einer gemeinsamen Strategie möglichst vieler Akteure und Fachgruppen richtig - umso mehr ist es zu bedauern, dass das ausdrückliche schriftliche Angebot des ÖJV zu einer konstruktiven Mitarbeit nichtmals mit einer Antwort gewürdigt wurde.

Es bleibt abzuwarten, ob der Plan das Papier wert ist, auf dem er geschrieben steht, große Worte und Appelle hat es in der Vergangenheit genug gegeben - die Heger vor Ort haben sie stets geflissentlich ignoriert und kein ausreichendes Interesse am Abschuss von Zuwachsträgern (der Plan fordert einen Bachenanteil von 10% an der Strecke) und revierübergreifenden effektiven Jagden gezeigt. Auch bei Kirrungen sind sich viele selbst die nächsten und schauen nicht auf das Kilo - „bei mir merkt´s ja keiner...."
Insofern hofft auch der ÖJV M-V, dass dieser Plan jetzt endlich Wirkung zeigt. Zu Recht wendet er sich ebenfalls an die Landwirte und Grundeigentümer - geschlossene Mais -und Raspsschläge von mehreren hundert Hektar sind jagdlich nicht mehr handhabbar - bei dreistelligen Rotten in solchen Schlägen ist schlichtweg der berühmte Frischling bereits in den Brunnen gefallen.
Fragwürdig ist die im Land immer wieder zu beobachtende Abhebung auf die Hegegemeinschaften. Diese sind für Schwarzwild in der Tat nach Landesjagdgesetz zulässig. Der ÖJV hat bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hingewiesen, dass die Hegegemeinschaften bis jetzt fast nur Unseliges produziert haben, indem sie ihre Aufgabe scheinbar vor allem darin sehen, durch Gängelung ihrer Mitglieder eine effektive und bestandesabsenkende Bejagung eben gerade zu verhindern - sie nun ausgerechnet dafür nutzen zu wollen, erscheint, gelinde gesagt, mutig. Warten wir es ab. Mindest-Abschusspläne für Schwarzwild gibt es bereits seit langem (vom ÖJV übrigens analog für das Rehwild gefordert), allerdings auf Basis des Vorschlags des Reviereigentümers - da es sich um Mindestabschüsse handelt, kann es hoffentlich durch den Einfluss der Hegegemeinschaften ausnahmsweise dabei nicht schlechter werden. Es soll die Möglichkeit des körperlichen Nachweises genutzt werden - „Entbürokratisierung" ist das zwar nicht gerade, aber eine Option, um den Einzelnen ggf. stärker in die Pflicht zu nehmen.

Die Verfasser des Plans sprechen selbst von „nicht abschließend genannten Strategien
einer effektiven Schwarzwildbejagung, zu deren Umsetzung Jäger, Landwirte und Grundeigentümer in Mecklenburg-Vorpommern aufgefordert werden". Genau hier liegt der Hase bzw. die Sau im Pfeffer: Appelle gab es bereits reichlich, alle duckten sich und dann ging es weiter wie bisher - mögen die Beteiligten zum Wohle einer nachhaltigen Jagd zeigen, dass es diesmal anders wird. Wir werden es weiter beobachten.

Falk Jagszent, Geschäftsführer ÖJV M-V e.V.

Allgemeine Box - oben

weitere Informationen

Exkusionen von NABU und ÖJV
Exkursion nach Hagenow und Burg Stargard

Jagdzeitenverordnung
Kommentar des ÖJV - MV

Landeswaldgesetz zementiert Missstände in der Forstwirtschaft
in Mecklenburg-Vorpommern

Einladung zum Schießkino
in der Nähe von Neuruppin


Blei oder Nicht-Blei auf der Jagd
PM Bleifreie Munition

Jagd in den Nationalparks
Natur Natur sein lassen


Willkommen Wolf!
auch in Mecklenburg-Vorpommern!



Wichtige Partner des ÖJV M-V


ÖJV lobt Landwirtschafts- und Umweltministerium für Neuerungen
Neue Nationalpark-Jagd-Verordnung M-V


Rabenvögel als Wahlgeschenk
Erneut Änderung der Landesjagdzeitenverordnung M-V geplant


landesjagdgesetz M-V
Artikel über geplante Änderungen im Landesjagdgesetz

Anpassung der Wälder an Klimawandel
und das Jagdproblem wird ausgeblendet!


Fütterung von Wild – unnatürlich, unsinnig, kontraproduktiv
Tierschutz oder Unsinn?

Maßnahmeplan zur effektiven Schwarzwildbejagung unterzeichnet
Plan des Ministeriums und Anmerkungen des ÖJV

Jagdschein mit 14
Jäger zu alt?

Hubertustag
ÖJV fordert Jagdwende

Neue Jagdzeiten-Verordnung in Mecklenburg-Vorpommern
Ein Fortschritt nur für die „Hege"


Wildschweine zerstören Gärten und Parks in MV
Wildschweinplage in MV

Kraftfahrer und Wildtiere in Not
Eingezäunte Felder

Urteilsspruch zum Thema „Abschussplanüberschreitung im Falle zu reduzierender Bestände“
Abschußplanüberschreitung

Jagdstreckenentwicklung M-V 2008/2009 – Das sagt der ÖJV
Jagdstreckenentwicklung

Kein Spaß für Trophäenjäger
ÖJV - Mecklenburg-Vorpommern in der Presse

Wildschäden im Wald jetzt anmelden!
Wildschäden müssen angemeldet werden

Allgemeine Box - unten
zentrale Box - unten
Fusszeile - oben
Ökologischer Jagdverband e.V.
Imbergweg 2
88289 Waldburg
„Private Krankenversicherung TOP“
0700 - Telefon
fon 07529 91053
fax 07529 91054

Fusszeile - unten