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Öko-Jäger bleiben dabei: „Willkommen Wolf" auch in Mecklenburg-Vorpommern!
Die jüngsten Vorfälle um den offensichtlich einzelnen Wolf, der im Müritz-Kreis sowie im nördlichen Brandenburg wiederholt Nutztierherden angegriffen und Schäden verursacht hat, veranlassen den Ökologischen Jagdverein Mecklenburg-Vorpommern e.V. (ÖJV) als Vereinigung fortschrittlicher, am gesamten Naturhaushalt interessierter Jäger, Land- und Forstwirte und Naturschützer zu einem klaren Bekenntnis: Willkommen Wolf - und dabei bleibt es!
Eine Art, die man als im besten Sinne als einheimisch bezeichnen kann und die man in den letzten Jahrhunderten aus ihrer Heimat vertrieben hat (z.B. allein im Müritzgebiet verdanken 7 Ortschaften ihren Namen dem Wolf) und die in unserer Kulturlandschaft eine völlig unbesetzte ökologische Funktion wieder bekleiden kann, muss in ihrer natürlichen Wiederbesiedelung unterstützt werden.
Der Wolf ist extrem anpassungsfähig an den Lebensraum und benötigt keinesfalls ausschließlich die so oft zitierten menschenleeren, naturnahen Lebensräume. Vom Wolf geht keinerlei Gefahr für Menschen aus, wie der berühmte Wolfsforscher Erik ZIMEN prägnant zusammenfasst: „Wolfsüberfälle sind bei uns nicht mehr aktuell, ja nahezu undenkbar."
Wölfe ernähren sich in freier Wildbahn von Schalenwild, das in Deutschland, besonders auch in M-V, in unnatürlich überhöhten Dichten auftritt, die Millionenschäden in Wald und Flur anrichten. Das Reh, wichtigstes Beutetier von Isegrim, ist unbestritten - neben den Luftschadstoffen - der größte Schadensfaktor im Wald. In dieser Beziehung kann die Anwesenheit des Wolfes ökologisch und volkswirtschaftlich nur ein Gewinn sein!
Problembehaftet wird es vor allem beim Konflikt „Wolf und Nutztierhaltung", wie der aktuelle Einzelwolf zeigt. Ob dieser sich auf diese Art Beute spezialisiert, muss abgewartet werden. Richtigerweise hat das Land M-V einen Wolfsmanagementplan erarbeitet, der Strategien für solche Fälle vorsieht.
Besonders Netz-Elektrozäune bieten einen guten Schutz, solange die unterste Litze maximal 20cm über dem Boden angebracht ist, damit die Wölfe nicht darunter hindurch gehen können. Ein zusätzliches im oberen Bereich gespanntes Flatterband liefert fast optimalen Schutz. Eine relativ neue Methode ist der Einsatz und die Ausbildung von speziellen Herdenschutzhunderassen. Der Mensch muss grundsätzlich lernen, mit dem Wolf zu leben und seine Nutztiere entsprechend zu schützen - dies war in den Schadensfällen noch nicht der Fall. In Ländern mit längerer Wolfstradition ist das längst Standard. Ganz aktuell fordert der ÖJV jedoch vom Landwirtschafts- und Umweltministerium darum, endlich die konkrete Richtlinie zum Ersatz von Schäden und zur Förderung von Schutzmaßnahmen durch die Landwirte zu veröffentlichen. So kann das Land seine Unterstützung für den Wolf auch praktisch untermauern und zeigen, dass Landwirte nicht auf ihren Schäden sitzen bleiben. Denn dies darf nicht geschehen; und nur so wird es gelingen, mittel- und langfristig Akzeptanz zu erreichen und das Leben mit dem Wolf zur Gewohnheit werden zu lassen.
Aus Sicht des ÖJV muss dieses faszinierende Wildtier einen Platz in unserer Wildbahn haben können, und eines der reichsten Länder der Erde muss sich dies leisten wollen, um im globalen Vergleich im Selbstverständnis des Vorreiters in Sachen Natur und Umwelt glaubwürdig bleiben zu können.
Dr. Karl-Günter Guiard, Vorsitzender
Falk Jagszent, Geschäftsführer
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