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Waldumbau in Sachsen in Gefahr oder Fördermittel für die Drahtindustrie

Der dringend notwendige Waldumbau ist in Sachsen im Moment nur hinter Zaun möglich. So beträgt der Anteil geschützter Verjüngungsflächen mit Laubbäumen über 50 %. Von den anderen 50 Prozent sind wiederum mehr als die Hälfte so stark verbissen, dass sie im Sinne des Jagdgesetzes nicht tolerierbar sind. Auch die Ergebnisse des Schälgutachtens sind eine schallende Ohrfeige für die sächsischen Jäger. Das jagdliche Ziel auf Dauer verträgliche Wilddichten zu schaffen wurde weit verfehlt. Vielmehr sind die Schäden gegenüber der letzten Verbiss- und Schälschadenserhebung aus dem Jahr 2003 in fast allen Bereichen angestiegen.
Die Ergebnisse des Forstlichen Gutachtens sind in der Verwaltungsjagd schlecht, außerhalb der Verwaltungsjagd noch schlechter.
In einer Pressemitteilung stellte Umweltminister Tillich erst kürzlich fest, dass die standortgerechte Pflanzung von Weißtanne, Eiche, Rotbuche und Douglasie anstelle von eintönigen Kiefern- und Fichtenforsten unabdingbar ist. Weiter sagte er, dass 11,7 Millionen Euro für Waldumbaumaßnahmen und Waldschadenssanierung ausgegeben und damit auf 1.118 Hektar standortgerechte Bäume gepflanzt wurden. Bei annähernd 50 % Verbiss lässt sich leicht errechnen wie viele Millionen Euro in Sachsens Wäldern vergraben werden, ganz zu Schweigen von den Vermögensverlusten durch Schäle.
Es verwundert mich, dass die verheerenden Verbiss- und Schälschäden seitens des Umweltministers, der Jagdbehörden und der Grundstücksbesitzer klaglos hingenommen werden. Erstaunlich ist weiterhin, dass trotz dieser für den Waldumbau so bedrohlichen Ergebnisse die Strecken der wiederkäuenden Schalenwildarten rückläufig sind.
Das Rätsel, wie angesichts solcher Verbissbelastung die durch Kyrill entstandenen Kahlflächen in stabile Mischwälder umgebaut werden sollen, kann wohl wieder einmal nur die Drahtindustrie lösen. Das dies wiederum Millionen von Euro kostet und die Zäune beim nächsten Sturm wieder zerstört werden, wird stillschweigend in Kauf genommen.
Dabei wäre die Lösung dieses Problems so einfach, wenn auf allen Ebenen die in Jagd- und Waldgesetz und allen einschlägigen Verordnungen und Erlassen niedergeschriebene Reduzierung des Schalenwildes auf ein ökologisch tragbares Maß gewollt und auch durchgesetzt würde.
Der Sächsische ÖJV bietet dem Umweltminister Tillich weiterhin seine Hilfe bei dem so dringend notwendigen Waldumbau, in Bezug auf eine effektive und effiziente Jagd an.


Thomas Baader

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