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Wildgänse sind unerwünscht
Vergrämungsjagd im Ludwigshafen
aus Wormser Zeitung von Isabell Steinbach
LUDWIGSHAFEN Weil sich im Freibad an der Blies in den vergangenen Wochen mehr als hundert Wildgänse, insbesondere Kanadagänse, niedergelassen haben und zu Beschwerden bei Badegästen führten, startet die Stadt nun eine so genannte "Vergrämungsbejagung".
Ab kommenden Sonntag, 15. Juli, geht es den Wildgänsen im Freibad an der Blies an den Kragen. Dann beginnt die Jagdphase, die bis 30. September andauert. Rund zehn Tiere sind von der Stadt Ludwigshafen zum Abschuss freigegeben. Der beauftragte Jagdpächter Willi Kammermeyer wird sich in diesen vier Wochen in den frühen Morgenstunden auf den Weg machen - Badegäste müssen also bei der Jagd nicht zusehen.
Vorangegangen waren dieser so genannten "Vergrämungsbejagung" zahlreiche Versuche, die Gänse mit Hunden oder Schreckschusspistolen zu vertreiben - ohne Erfolg. "Der Weiher im Landschaftsschutzgebiet Große Blies ist ein idealer Lebensraum für die Vögel. Und da viele Badegäste die Gänse füttern, haben sich die Tiere schon sehr an die Menschen gewöhnt", erläutert Stadt-Pressesprecherin Ulrike Heinrich und weist ausdrücklich darauf hin, dass das Füttern verboten ist. Mit Verbotstafeln am Freibad sollen die Badegäste darüber informiert werden. Die Entscheidung zur Freigabe der Jagd sei mit dem Naturschutzbeirat und dem Jagdverband gefallen und richte sich nach dem Bundesjagdgesetz, fügt Heinrich hinzu.
Zu dem Landschaftsschutzgebiet Große Blies gehört ein Weiher, von dem ein Teil als Freibad genutzt und vom Förderverein "Große Blies" gepflegt wird. Seit diesem Jahr werden dort regelmäßig 150 bis 200 Wildgänse, insbesondere Kanadagänse, gezählt. Vor allem die Liegewiese und der Strandbereich des Freibades würden von den Tieren stark verschmutzt, sodass sich viele Badegäste gestört fühlten, erklärt Heinrich. "Da die begonnenen Vertreibungsversuche nicht erfolgreich waren, ist diese Jagd notwendig", rechtfertigt sie die Entscheidung zum Abschuss einiger Vögel.
Neben der Jagd würden jedoch die bereits angelaufenen Vertreibungsmaßnahmen mit Hunden und Schreckschusspistolen aufrechterhalten. Zusätzlich sollen am benachbarten Jägerweiher Bereiche mit kurz geschnittenem Gras angelegt werden, um die Gänse zum "Umzug" zu bewegen. Alle Maßnahmen zur Vertreibung und "Umsiedlung" der Gänse werden in einer Dokumentation vom Bereich Umwelt der Stadt zusammengefasst, um deren Wirksamkeit zu prüfen.
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